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Darf man im Wald übernachten? Die Alternativen

Ein junger Mann hat sein hellblaues Zelt im Wald aufgebaut und packt seinen Wanderrucksack

Inmitten von Bäumen, unter dem Sternenhimmel und begleitet von den Geräuschen der Natur ist das Übernachten im Wald für viele ein unvergessliches Erlebnis. Doch bevor man sich in diese idyllische Szenerie begibt, ist es wichtig, sich der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst zu sein. Ist im Wald übernachten erlaubt? Wenn nicht, was sind mögliche Alternativen?

Dieser Beitrag wurde mit Hilfe von KI erstellt. Erfahre mehr

Steigende Beliebtheit von Waldübernachtungen


In den letzten Jahren hat das Interesse am Übernachten im Wald in Deutschland deutlich zugenommen. Dies liegt einerseits an Trendthemen wie Bushcraft und Survival, aber auch daran, dass immer mehr Menschen nach Möglichkeiten suchen, der Hektik des Alltags zu entkommen und stattdessen die Natur in ihrer reinsten Form zu erleben. Diese Entwicklung ist auch im Bereich des nachhaltigen Tourismus und des Wanderns zu beobachten. Zahlreiche Trekkingrouten und Naturerlebnispfade sind entstanden, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.

Freunde haben ein Lagerfeuer angezündet und übernachten im Wald im Zelt unter dem Sternenhimmel

Die Faszination des Übernachtens im Wald und die wachsende Beliebtheit dieses Trends unterstreichen die Bedeutung vom verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Gleichzeitig ergeben sich jedoch auch Fragen zur Gesetzeslage und den richtigen Verhaltensweisen, um solche Abenteuer nachhaltig und umweltbewusst zu gestalten.

Gesetze und Vorschriften zum Übernachten im Wald


Um das Naturerlebnis beim Übernachten im Wald für alle Beteiligten angenehm und umweltverträglich zu gestalten, ist es wichtig, sich an geltende Gesetze und Vorschriften zu halten. Diese dienen dem Schutz der Natur, des Waldes und der Tierwelt. In Deutschland gibt es sowohl auf Bundesebene als auch auf Landesebene Regelungen, die für das Übernachten im Wald relevant sind.

Das Bundeswaldgesetz und Landeswaldgesetze

Das Bundeswaldgesetz legt die grundlegenden Regelungen für den Umgang mit Wäldern in Deutschland fest. Es definiert den Wald als Schutz- und Erholungsraum für Menschen und Tiere und regelt unter anderem das Betreten des Waldes. Gemäß §14 Bundeswaldgesetz ist das Betreten des Waldes für jedermann auf eigene Gefahr gestattet, solange es nicht zu Schäden oder Störungen führt.11. Bundeswaldgesetz: §14 BWaldG. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/bwaldg/__14.html, abgerufen 4. Juli 2023. Das Bundeswaldgesetz enthält jedoch keine direkten Regelungen zum Übernachten im Wald.

Die konkreten Bestimmungen zum Übernachten im Wald sind in den Landeswaldgesetzen der einzelnen Bundesländer verankert. Hier finden sich auch Regelungen zum Zelten, Biwakieren und Wildcampen.

Unterschiede zwischen Bundesländern

Da jedes Bundesland eigene Landeswaldgesetze hat, variieren die Regelungen zum Übernachten im Wald von Bundesland zu Bundesland. In einigen Ländern ist das Übernachten im Wald grundsätzlich verboten (Bayern), während es in anderen Ländern unter bestimmten Bedingungen gestattet ist. Beispielsweise kann das Übernachten in einigen Ländern mit Genehmigung des Waldbesitzers erlaubt sein (Mecklenburg-Vorpommern). Es ist daher wichtig, sich vorab über die jeweiligen Regelungen im geplanten Übernachtungsgebiet zu informieren.

Einordnung von Zelten, Biwakieren und Wildcampen

Zelten bezeichnet das Aufstellen eines Zeltes zum Übernachten im Wald. Biwakieren hingegen ist das Schlafen im Freien ohne Zelt, oft nur mit Schlafsack und Isomatte oder in einer Hängematte. Wildcampen umfasst sowohl das Zelten als auch das Biwakieren außerhalb von offiziellen Camping- oder Trekkingplätzen.

Ein Camp im Wald mit zwei Zelten, einer Hängematte und Feuerstelle

Das Wildcampen in deutschen Wäldern ist ausdrücklich verboten, um Flora und Fauna zu schützen.

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Es wird oft argumentiert, dass die Gesetzestexte der Länder nur ein Verbot vom „Zelten im Wald“ einschließen, und etwa ein Biwak oder die Übernachtung in einer Hängematte nicht gesondert geregelt sind. Beim Biwakieren schläft man aber meist unter einem Wetterschutz oder Tarp, welches in der Regel eine Plane und Gestänge mit einbezieht und einem Zelt in der Definition sehr nahe kommt.

Mit der Hängematte im Wald übernachten?

Die Übernachtung in einer Hängematte wäre vielleicht eine rechtssichere Form um im Wald zu übernachten, da diese Option per Definition nicht ausdrücklich verboten ist. Nur bedeutet das bei der komplexen Gesetzeslage im Umkehrschluss nicht unbedingt, dass das in einem möglichen Rechtsstreit auch so bestätigt wird. Sobald über die Hängematte auch ein Tarp gespannt wird, bewegt man sich sehr wahrscheinlich auch wieder im Definitionsbereich eines Zeltes.

Eine Hängematte mit darüber gespannten Tarp ist an einem Baum befestigt

Generell gilt es die landesrechtlichen Bestimmungen im Auge zu behalten. In Berlin ist jegliches Übernachten auch unter zeltähnlichen Lagerstätten verboten,22. Landeswaldgesetz für das Land Berlin: § 23 Abs. 1 Nr 4 LWaldG. URL: https://gesetze.berlin.de/bsbe/document/jlr-WaldGBEV1P23, abgerufen 4. Juli 2023. in Schleswig-Holstein gilt das Betretungsrecht nur tagsüber,33. Landeswaldgesetz für das Land Schleswig-Holstein: §17 LWaldG. URL: https://www.gesetze-rechtsprechung.sh.juris.de/bssh/document/jlr-WaldGSH2004V5P17, abgerufen 4. Juli 2023. die Waldwege dürfen also nachts nicht verlassen werden.

Wann ist das Übernachten im Wald in Deutschland erlaubt?


Obwohl das Übernachten im Wald in Deutschland generell eingeschränkt ist, gibt es dennoch bestimmte Situationen und Orte, an denen es erlaubt sein kann:

Biwakieren in Notsituationen

In Notsituationen, wie zum Beispiel bei Unwetter, Verletzungen oder Orientierungsverlust, lässt sich das Biwakieren als eine Art „Notlager“ betrachten. In solchen Fällen kann es in der Regel toleriert werden, wenn man keine andere Wahl hat, um sich und möglicherweise andere Personen vor unmittelbaren Gefahren zu schützen.

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass dies nur für wirkliche Notsituationen gilt und nicht als Ausrede für das Biwakieren ohne Notwendigkeit verwendet werden sollte.

Ein Mann hat sich für die Nacht ein Biwak eingerichtet und wärmt die Hände an einer kleinen Feuerstelle

Genehmigungen und Zustimmung von Waldbesitzern

In einigen Fällen und Bundesländern kann das Übernachten im Wald mit Zustimmung des Waldbesitzers erlaubt sein. Das betrifft vor allem private Wälder, in denen der Eigentümer entscheiden kann, ob er das Zelten oder Biwakieren auf seinem Grundstück gestattet. Um die Erlaubnis einzuholen, sollte man rechtzeitig vor der geplanten Übernachtung den Waldbesitzer kontaktieren und die Absicht erklären. Die Einhaltung von Regeln und Rücksichtnahme auf die Natur sind dabei unerlässlich.

Rechtliche Konsequenzen bei Verstößen gegen die Gesetze


Das Missachten der Gesetze und Vorschriften zum Übernachten im Wald kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Bußgelder und Strafen

Bei Verstößen gegen die Bestimmungen zum Übernachten im Wald, insbesondere beim Wildcampen, können Bußgelder und Strafen verhängt werden. Die Höhe der Bußgelder variiert je nach Bundesland und Schwere des Verstoßes. In einigen Fällen kann ein Verstoß sogar als Ordnungswidrigkeit oder Straftat geahndet werden, was zu empfindlichen Geldstrafen oder im schlimmsten Fall sogar zu Freiheitsstrafen führen kann.

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Die Bußgelder können von einigen Euro bis zu mehreren Hundert Euro reichen. Bei zusätzlichen Delikten wie Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch sind auch vierstellige Geldstrafen möglich.

Beispiele und Erfahrungen aus der Praxis

In der Praxis gibt es immer wieder Fälle, in denen Personen beim Wildcampen erwischt und mit Bußgeldern belegt werden. Die Reaktionen der zuständigen Behörden und Förster können dabei unterschiedlich ausfallen. Manche zeigen sich kulant und weisen lediglich auf die geltenden Regeln hin, während andere rigoros durchgreifen und hohe Bußgelder verhängen.

Empfehlungen für legale Übernachtungsmöglichkeiten im Wald

Um das Naturerlebnis beim Übernachten im Wald zu genießen und dabei gesetzeskonform zu handeln, sollte man auf legale Übernachtungsmöglichkeiten zurückgreifen. Hier sind einige Empfehlungen für Waldgebiete und Übernachtungsoptionen in Deutschland, die das Übernachten im Wald erlauben.

Top 5 Waldgebiete mit erlaubten Übernachtungsmöglichkeiten

  1. Schwarzwald (Baden-Württemberg): Der Schwarzwald bietet zahlreiche Camping- und Trekkingplätze, auf denen das Übernachten im Wald erlaubt ist. Viele der Plätze sind landschaftlich reizvoll gelegen und ermöglichen eine direkte Verbindung zur Natur.
  2. Sächsische Schweiz (Sachsen): In der Sächsischen Schweiz gibt es ausgewiesene Biwakplätze, auf denen das Übernachten unter freiem Himmel gestattet ist. Diese Plätze befinden sich inmitten der beeindruckenden Felslandschaften des Nationalparks.
  3. Eifel (Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen): Die Eifel bietet mehrere Trekkingcamps und Wanderhütten, in denen man legal im Wald übernachten kann. Die abwechslungsreiche Landschaft und die Nähe zu Nationalparks und Naturreservaten machen die Eifel zu einem idealen Ziel für Naturliebhaber.
  4. Bayerischer Wald (Bayern): Der Bayerische Wald ist ein weiteres Waldgebiet mit legalen Übernachtungsmöglichkeiten. Hier stehen Wanderhütten, Biwakplätze und Campingplätze zur Verfügung, die das Übernachten inmitten der Natur ermöglichen.
  5. Harz (Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen): Der Harz ist ein beliebtes Wandergebiet und bietet ebenfalls legale Übernachtungsmöglichkeiten im Wald. Hier kann man zwischen Campingplätzen, Wanderhütten und Biwakplätzen wählen.
Eine Wanderhütte im Sonnenuntergang

Naturfreundehäuser, Wanderhütten und Biwakplätze

Naturfreundehäuser sind eine gute Option für das Übernachten im Wald. Sie sind häufig in landschaftlich reizvollen Gebieten gelegen und bieten einfache Unterkünfte für Naturliebhaber. Wanderhütten und Biwakplätze bieten ebenfalls legale Möglichkeiten zum Übernachten im Wald. Sie sind meist spartanisch ausgestattet, was den Charme des Naturerlebnisses jedoch nur verstärkt.

Reservierung und Anmeldung bei Camping- und Trekkingplätzen

Um auf ausgewiesenen Camping- und Trekkingplätzen übernachten zu dürfen, ist in der Regel eine Reservierung oder Anmeldung erforderlich. Dies dient dazu, die Kapazitäten der Plätze zu kontrollieren und eine Übernutzung zu vermeiden. Es empfiehlt sich, rechtzeitig vor der geplanten Übernachtung Kontakt mit dem Betreiber des jeweiligen Platzes aufzunehmen und die Verfügbarkeit zu prüfen.

Indem man sich für legale Übernachtungsmöglichkeiten im Wald entscheidet, trägt man zum Schutz der Natur und Umwelt bei und entscheidet sich für eine gesetzeskonforme Option. Durch die Wahl von ausgewiesenen Campingplätzen, Trekkingcamps, Naturfreundehäusern, Wanderhütten oder Biwakplätzen kann man ein unvergessliches Naturerlebnis genießen, ohne dabei rechtliche Konsequenzen befürchten zu müssen.


Bildquellen in Reihenfolge:

Titelbild Freepik, Unsplash @ Jonathan Forage, Pexels @ Nicole Seidl, Pixabay @ TheMetalMann, Pexels @ Elizabeth Zernetska, Unsplash @ Anne Nygard

Referenzen:

  1. Bundeswaldgesetz: §14 BWaldG. URL: https://www.gesetze-im-internet.de/bwaldg/__14.html, abgerufen 4. Juli 2023.
  2. Landeswaldgesetz für das Land Berlin: § 23 Abs. 1 Nr 4 LWaldG. URL: https://gesetze.berlin.de/bsbe/document/jlr-WaldGBEV1P23, abgerufen 4. Juli 2023.
  3. Landeswaldgesetz für das Land Schleswig-Holstein: §17 LWaldG. URL: https://www.gesetze-rechtsprechung.sh.juris.de/bssh/document/jlr-WaldGSH2004V5P17, abgerufen 4. Juli 2023.

Es ist ratsam, die jeweiligen offiziellen Websites der Bundesländer und Forstämter zu besuchen, um aktuelle und spezifische Regelungen zum Übernachten im Wald in einem bestimmten Gebiet zu erhalten.

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